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aufhebungsvertrag

AGB-Kontrolle: Doppelte Schriftformklausel

vor 18 Jahren
Philipp Kitzmann

Eine vom Arbeitgeber im Arbeitsvertrag als Allgemeine Geschäftsbedingung aufgestellte doppelte Schriftformklausel kann beim Arbeitnehmer den Eindruck erwecken, jede spätere vom Vertrag abweichende mündliche Abrede sei gemäß § 125 Satz 2 BGB nichtig. Das entspricht nicht der wahren Rechtslage. Denn gemäß § 305b BGB haben individuelle Vertragsabreden Vorrang vor Allgemeinen Geschäftsbedingungen. Dieses Prinzip des Vorrangs (mündlicher) individueller Vertragsabreden setzt sich auch gegenüber doppelten Schriftformklauseln durch. Eine zu weit gefasste doppelte Schriftformklausel ist irreführend. Sie benachteiligt den Vertragspartner deshalb unangemessen iSv. § 307 Abs. 1 BGB.

Der Vorrang von Individualabreden gemäß § 305b BGB erfasst zwar nicht betriebliche Übungen. Eine zu weit gefasste Schriftformklausel wird aber nicht auf das richtige Maß zurückgeführt, sondern muss insgesamt als unwirksam angesehen werden.

Bei einer Schriftformklausel, die nicht nur für Vertragsänderungen die Schriftform vorschreibt, sondern auch Änderungen der Schriftformklausel ihrerseits der Schriftform unterstellt (doppelte Schriftformklausel) kann regelmäßig nicht durch eine die Schriftform nicht wahrende Vereinbarung abbedungen werden. Durch die doppelte Schriftformklausel kann verhindert werden, dass eine betriebliche Übung entsteht.

Die Unwirksamkeit nicht formwahrender Änderungen des Arbeitsvertrags gemäß § 125 S 2 BGB setzt voraus, dass die Parteien eine konstitutive Schriftformklausel vereinbart haben.

BAG Urteil vom 20.05.2008, Az. 9 AZR 382/07

Philipp Kitzmann

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